Holzwickede rüstet um – und zwar auf Wasserstoff

Holzwickede wird zum Vorreiter: In der Gemeinde bei Dortmund fließt nun erstmals 100 Prozent grüner Wasserstoff (H2) durch eine Leitung der öffentlichen Erdgasversorgung. Der Verteilnetzbetreiber Westnetz GmbH hat dazu einen Teil des Erdgasnetzes für den Transport von H2 umgestellt. Drei Unternehmen erzeugen damit einen Teil der benötigten Raumwärme. Das deutschlandweit einmalige Forschungs- und Entwicklungsprojekt „H2HoWi“ wird vom Deutschen Brennstoffinstitut Freiberg begleitet und schafft wichtige Voraussetzungen für das Gelingen der Energiewende vor Ort. Unterstützt wird das Projekt vom regionalen Netzeigentümer Energienetze Holzwickede. 

 

Kleines Molekül, große Wirkung

Wasserstoff ist ein Muss. Nicht alle Anwendungen lassen sich technisch oder wirtschaftlich sinnvoll elektrifizieren. So auch in der Wärmeversorgung. Ein wichtiger Schlüssel für die kommunale Wärmewende liegt dabei im Heizungskeller. Denn rund die Hälfte aller Wohnungen in Deutschland wird noch mit Erdgas beheizt, ein Viertel mit Heizöl. 

Wasserstoff hat das Potenzial, Erdgas zu ersetzen. Das künftige Regelwerk des Deutschen Vereins des Gas- und Wasserfaches (DVGW) soll zunächst eine Zielgröße von etwa 20 Volumenprozent Wasserstoffeinspeisung anpeilen. Das bestehende DVGW-Regelwerk ermöglicht heute Wasserstoff-Beimischungen von knapp 10 Prozent in das vorhandene Gasnetz. In Holzwickede gehen die Projektpartner nun ein paar Schritte weiter: Hier testen sie gleich 100 Prozent reinen Wasserstoff im deutschen Erdgasnetz. 

Bild Mitarbeiter*innen von Westnetz

Leuchtturmprojekt

Westnetz macht das Erdgasnetz fit – für 100 Prozent Wasserstoff.

Bild Armaturen Infrastruktur

Expertise

Ergebnisse des Reallabors sind essenziell für die kommunale Wärmewende und das Wasserstoffnetz von morgen.

Bild zwei Mitarbeiter bei der Kontrolle

Wirtschaftsförderung

Das Pilotprojekt bildet einen Startpunkt für die regionale Wasserstoffwirtschaft und -infrastruktur.

H2HoWi – Technik erprobt

Illustration Wasserstoff-Infrastruktur

Westnetz hat eine vorhandene Mitteldruck-Erdgasleitung vom Verteilnetz getrennt und an einen Wasserstoffspeicher angeschlossen. Dieser wird mit klimaneutralem Wasserstoff der Qualität 3.0 (Reinheit 99,9 Prozent) gefüllt, der bei einem Druck von maximal 40 bar gespeichert wird. Im Speicher befindet sich ein Sensor, der einen Niedrigstand online direkt an den Gaslieferanten meldet. Die sogenannte Gasdruckregelmessanlage regelt den Druck des Wasserstoffs für den Transport herunter.

Wie Erdgas ist Wasserstoff geruchslos. Damit ein Leck in der Leitung schnell bemerkt wird, wird der Wasserstoff am Ausgang der Anlage mit einem Geruchsstoff versehen. Durch die umgestellte Erdgasleitung wird der grüne Wasserstoff dann zu den Kunden transportiert – und zwar direkt in Höhe der Zielgröße von 100 Volumenprozent, also ohne Beimischung.

Neben der Umstellung der Erdgasleitung sind auch Anpassungen bei den drei beteiligten Kunden erforderlich. Bisher auf dem Markt erhältliche Erdgas-Brennwertgeräte können reinen Wasserstoff nicht verbrennen. Daher werden bei den drei Unternehmen neu entwickelte, wasserstofftaugliche Brennwertgeräte des Unternehmens Remeha installiert. Diese haben eine Leistung von 24 Kilowatt und verbrennen den reinen Wasserstoff nahezu emissionsfrei. 

Und das sagen unsere Partner*innen zum Thema „Wasserstoff“ und ihrer Motivation, bei H2HoWi mitzumachen

Boris Jankiewicz
Geschäftsführer, Fritz Ostermann GmbH

Metin Duman
Geschäftsführer, Gatter 3 Technik GmbH

Michael Finger
Sprecher des Vorstands, technotrans SE

Peter Kiewardt
Leiter regenerative Systeme, Remeha GmbH

Ihre Ansprechpartner und Experten für Wasserstoff

Sie denken über ein Wasserstoffprojekt in Ihrer Kommune oder Ihrem Unternehmen nach und suchen eine ergebnisoffene, unverbindliche Beratung? Dann kontaktieren Sie uns jetzt.

Jens Kleine Vennekate

Projektleiter H2HoWi und Referent Spezialservice Gas, Westnetz
 

Carsten Stabenau

Ideengeber H2HoWi und Referent Innovationsmanagement, Westnetz