Bahn oder Auto – beim Pendeln entscheidet die letzte Meile

ÖPNV oder Pkw? Das hängt für viele Verkehrsteilnehmer*innen  von der Bewältigung der letzten Meile ab, vom Bahnhof bis zum Ziel. Fehlt hier eine zügige Anbindung, setzen die meisten aufs Auto. Das ist vor allem im ländlichen Raum, aber auch in Randgebieten und Vororten von Ballungsräumen der Fall. Glücklich sind viele damit allerdings nicht, denn oft muss dafür ein Zweitwagen angeschafft werden. Eine höhere Bustaktung und mehr Haltestellen sind für ländliche Kommunen aber oft nicht umsetzbar.

Linien-E-Carsharing – die Lösung in Borgholzhausen

Borgholzhausen im NRW-Kreis Gütersloh kennt diese Herausforderung sehr gut. Die Lebkuchenstadt ist eine aus zwölf Ortsteilen bestehende Flächengemeinde und kann nicht alle Ziele ihrer 9.000 Bürger*innen über Buslinien abdecken. Die von ihren Bürger*innen auch liebevoll Pium genannte Kommune entwickelt deshalb unter dem Namen ePium ein nachhaltiges Mobilitätskonzept. Ab dem 2. April steht das neue Linien-E-Carsharing zur Verfügung, damit auch alle ans Ziel kommen und viele Zweitwagen zuhause bleiben.

Wie funktioniert Linien-E-Carsharing in Borgholzhausen?

Im Kern funktioniert das Linien-E-Carsharing so: Die Stadt hat Ziele definiert, für die bislang eine Anbindung an den ÖPNV fehlt. Inhaber*innen von Nahverkehrstickets können kostenlos bis zu 14 Elektroautos nutzen, um diese Ziele in Wohn- und Gewerbegebieten zügig zu erreichen. Das Buchen der E-Fahrzeuge funktioniert über eine App. Wichtigster Knotenpunkt ist die Mobilstation am Bahnhof. Wer ein E-Auto außerhalb der definierten Linien nutzen will, kann es sich über klassisches eCarsharing ausleihen.

Vorteile des Linien-E-Carsharing

Kostenlos im ÖPNV

Auf den definierten Linien fahren ÖPNV-Ticketinhaber*innen ohne zusätzliche Kosten.

Günstig außerhalb des ÖPNV

Außerhalb der definierten Linien können alle die Autos zu attraktiven Preisen mieten.

Flexible Ergänzung des ÖPNV

Nachhaltig, modern, flexibel: Das Linien-E-Carsharing macht den Zweitwagen verzichtbar.


Alle Infos zum Linien-E-Carsharing

Sie wohnen oder arbeiten in Borgholzhausen? Sie suchen für sich selbst, Angehörige oder Ihre Firma eine Alternative zum Pendeln mit dem Pkw? Hier bekommen Sie alle Informationen zu Strecken, Tarifen, Fahrzeugen und Buchung mit der OWLmobil App.
 

Wie finanziert sich das Linien-E-Carsharing in Borgholzhausen?

Vernetzte Mobilität sichert die Attraktivität und Lebensqualität ländlicher Kommunen. Das Linien-E-Carsharing in Borgholzhausen wurde deshalb im Landeswettbewerb „Mobil.NRW" zur Förderung durch das Landesverkehrsministerium ausgewählt. Aufgrund seiner zukunftsweisenden Verbindung von Nachhaltigkeit, bedarfsorientierter Mobilität und Digitalisierung überzeugte das Projekt zudem das Auswahlgremium der REGIONALE 2022. Weiterer Partner und Unterstützer ist der Verkehrsverbund Ostwestfalen-Lippe (VVOWL).

Nach der dreijährigen Projektphase soll sich das Modellprojekt selbst tragen. Die Voraussetzungen dafür sind gut, denn bis auf den Unterhalt der E-Autoflotte fallen keine kommunalen Kosten an. Anders als im klassischen ÖPNV ist kein zusätzliches Personal notwendig. Um die Wirtschaftlichkeit zu sichern, setzt das Projektteam auf drei Zielgruppen.

Anwohner*innen

Für Mieter*innen und Hausbesitzer*innen entlang der Linien: Auch ohne Zweit-Pkw schnell zuhause oder im Betrieb.

Ankerkunden im Gewerbe

Für Unternehmen und Betriebe in Borgholzhausen: Bessere Anbindung für Besucher*innen, Kund*innen und Belegschaft.

Kund*innen im Carsharing

Vorteile für Bürger*innen von Borgholzhausen: Günstiges Carsharing für Ausflüge und Ziele außerhalb der Linien.

Verkehrswende gestalten, Mobilität erhöhen

Mit dem Linien-E-Carsharing ergänzt Borgholzhausen seinen Öffentlichen Personennahverkehr um eine kostengünstige und flexible Option. Die Elektrofahrzeuge haben das Potenzial, für die Fahrt zur Arbeit angeschaffte Zweitwagen zu ersetzen. Das schont Ressourcen in der Herstellung, spart Parkraum und senkt dank Elektromobilität die Emissionen. Wohnsiedlungen, die bisher nicht oder wenig an den ÖPNV angebunden waren, werden durch das Linien-E-Carsharing aufgewertet. Das Projekt verbindet damit in einzigartiger Weise Nachhaltigkeits-, Mobilitäts- und Digitalisierungsziele.

Ihr Ansprechpartner für E-Carsharing von Westenergie

Benjamin Pehle

Leiter Kommunale Lösungsfabrik